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Warum das Nährstoffsystem neu denken?

 Almaterra fragt:

Wie lange können wir es uns noch leisten, in einer Welt zu leben, in der Nährstoffe Einbahnstraßen sind?
Wir leben auf einem Planeten, der mit einem genialen Kreislaufsystem ausgestattet wurde. Was wir ihm entnehmen, kann – richtig genutzt – wieder zu fruchtbarem Boden,
zu Nahrung, zu Leben werden. Doch unsere heutige Ernährung und Abwasserbehandlung folgen einem anderen Prinzip:
Entnehmen – nutzen – wegspülen.

Das Problem?

Wir verlieren jedes Jahr Millionen Tonnen an wertvollen Nährstoffen, die wir aufwändig aus der Erde holen – und dann über unsere Teller, Toiletten und Kläranlagen direkt in Sondermüll und Gewässer verwandeln.

Wenn pflanzliche Biomasse vom Acker entfernt wird, werden damit mindestens
17 Elemente entfernt, die für das Pflanzenwachstum essentiell sind. Zurückgeführt werden oft nur drei: Stickstoff, Phosphor und Kalium. Die Nährstoffbilanz geht nicht mal im Ansatz auf. Verarmende Böden sind die logische Konsequenz. Weltweit sind bereits über 60 % der Ackerböden von Nährstoffmängeln oder Toxizitäten betroffen, die das Pflanzenwachstum limitieren. Mängel an Schwefel, Bor, Molybdän, Kobalt etc. sind oft Mangelware auf den Äckern.
Cakmak, Ismail. "Plant nutrition research: Priorities to meet human needs for food in sustainable ways." Plant and soil 247.1 (2002): 3-24.

Eine Nährstoff-Einbahnstraße
mit Folgen:

Etwa 83 % des ausgebrachten Stickstoffdüngers kommt gar nicht erst in unseren Lebensmitteln an. Wo geht er hin? Er versickert ins Grundwasser oder verdampft als Ammoniak und Lachgas.Was für eine unfassbare Verschwendung und Umweltverschmutzung zugleich!1
 

In Deutschland fallen jedes Jahr ca. 2 Millionen Tonnen Klärschlamm an – voll mit Phosphor, Stickstoff, aber auch mit Schwermetallen, Medikamentenrückständen und Mikroplastik. Die Mischung mit Industrieabwässern macht ein sinnvolles Recycling fast unmöglich.

Weltweit werden weniger als
10 % des Phosphors aus menschlichen Ausscheidungen überhaupt zurückgewonnen.

Gleichzeitig verbrauchen Kläranlagen bis zu
20 % des kommunalen Strombedarfs, allein um die Flut an organischen Stoffen im Abwasser zu behandeln. Eine immense Energieverschwendung für verschwendete Ressourcen.
1) Erisman, Jan Willem, et al. "How a century of ammonia synthesis changed the world." Nature geoscience 1.10 (2008): 636-639.

Und wofür das alles?

Um ein System am Laufen zu halten, das mehr zerstört als ernährt.
Das moderne Agrarsystem ist linear gedacht.
Wir müssen wieder in Kreisläufen denken.

Unsere Antwort:

  • Nährstoffe zurückführen, statt sie zu vernichten

  • Menschliche Ausscheidungen als Rohstoffquelle verstehen,
    nicht als Müll

  • Mikroorganismen nutzen, um Nährstoffe biologisch zu recyceln

  • Bodenleben fördern, statt es zu verarmen

  • Spurenelemente im Blick behalten, bevor sie fehlen

    Stell Dir vor:

    Ein System, in dem dein Frühstück nicht zu Klärschlamm-Asche wird, sondern zurück in den Boden fließt.
    Ein System, das Nährstoffe nicht verliert, sondern zirkulieren lässt.
    Ein System, das nicht mit Energieverschwendung kompensiert, sondern aus Abfall wieder Wert schafft.

    Wir nennen das:

    Almaterra. Die Zukunft eines Ernährungssystems, das auf Regeneration statt Ersatz setzt.

    Kein Ersatz für die Natur. Sondern ihr Komplize.

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